Integrierte Wasserbewirtschaftung im Oberen Main-Einzugsgebiet

Das obere Main-Einzugsgebiet im Norden Bayerns sieht sich zunehmenden klimabedingten Belastungen gegenüber, darunter eine verminderte Grundwasserneubildung, saisonale Wasserknappheit und ein verschärfter Wettbewerb um Wasserressourcen. Die intensive Getreideproduktion verschärft diese Herausforderungen durch Probleme mit der Wasserqualität, während fragmentierte institutionelle Zuständigkeiten auf verschiedenen Verwaltungsebenen eine wirksame Koordinierung erschweren. Dieser RETOUCH NEXUS-Policy Brief zeigt auf, wie Bayern aktive lokale Akteure und neue digitale Initiativen nutzen kann, um eine fragmentierte, wasserzentrierte Bewirtschaftung in eine integrierte, partizipative und adaptive Governance umzuwandeln, die Wasser mit Zielen in den Bereichen Landwirtschaft, Energie und Ökosysteme verbindet.

Kernbotschaften

1

Fragmentierung ist das zentrale Hindernis: Die Zuständigkeiten für Wasser, Landwirtschaft, Energie und Ökosystemmanagement sind auf verschiedene Verwaltungsebenen und Institutionen verteilt, wobei die Koordinierung begrenzt ist und die Situation durch verstreute Daten und veraltete Zuweisungsinstrumente noch verschärft wird.

2

Partnerschaften mit mehreren Interessengruppen müssen inklusiv sein: Bestehende Netzwerke erleichtern zwar den Dialog, werden jedoch nach wie vor von Stimmen aus dem öffentlichen Sektor dominiert. Eine Verbesserung der Regierungsführung erfordert stabile Plattformen, die einen kontinuierlichen Dialog zwischen Regierung, Landwirten, Zivilgesellschaft, Jugend und privaten Akteuren mit echtem Einfluss auf die Entscheidungsfindung gewährleisten.

3

Wirtschaftliche Instrumente schaffen Anreize für Nachhaltigkeit: Innovative Instrumente wie differenzierte Wassertarife, die die Knappheit widerspiegeln, Subventionen für naturbasierte Lösungen und handelbare Wassernutzungsrechte können wirtschaftliche Anreize mit nachhaltiger Ressourcenbewirtschaftung und effizienter Verteilung in Einklang bringen.

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Digitale Plattformen verbessern Transparenz und Zusammenarbeit: Gemeinsame Überwachungssysteme, die die Verfügbarkeit, Qualität und Nutzung von Wasser in Echtzeit verfolgen, unterstützen in Kombination mit Online-Beteiligungsplattformen und Tools zum Datenaustausch ein evidenzbasiertes, adaptives Management und eine sinnvolle Einbindung der Interessengruppen.

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Bildung schafft langfristige Kapazitäten: Die Förderung des Bewusstseins für Wasser bei jüngeren Generationen durch Schullehrpläne und Gemeinschaftsforen zu Wasserbewirtschaftung, Nachhaltigkeit und Klimaanpassung stärkt die langfristige Fähigkeit der Gesellschaft, Wasser nachhaltig zu bewirtschaften.